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  • Hallo Welt!

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  • Team Building mit ONE

    Eine Burg im Burgenland & ein Mobilfunkanbieter & der Apfelstrudel.

    UnKonventionelles Teambuilding

    Dass ein Apfelstrudel nicht nur gut schmecken kann, sondern auch die Herstellung eines solchen sehr viel Spass machet, bewies das Hotel-& Konferenzzentrum Burg Schlaining im Rahmen eines Team-Building Seminars für den Mobilfunkanbieter „ONE“.

    Ziel des Seminars unter der Leitung des Direktors Siegfried DÖRRE, war die Herstellung eines Apfelstrudels in der Form des „ONE“ Logos. Die Teilnehmer wurden, nachdem sie in gleichgroße Gruppen aufgeteilt wurden, kurz über die wichtigsten Punkte informiert und schon ging es los.

    Je nach Fähigkeit des Einzelnen in der Gruppe wurden die Arbeiten aufgeteilt. Das Teigkneten war eher etwas für die kräftigen Herren, das Äpfel schälen wurde größtenteils von den Damen übernommen, das marinieren war wiederum Männersache, galt es doch hier das richtige Maß an Rum hinzu zu geben.

    Bemerkenswert war, dass alle Gruppen innerhalb kürzester Zeit jeweils einen hauchdünn-gezogenen Strudel mit köstlicher Füllung in den Backofen schieben konnte.

    Die große Prämierung mit Urkundenverleihung erfolgte nach dem abendlichen Dinner, wobei hier „Rudi von Lockenhaus“ persönlich & in bester Manier spontan Gereimtes sehr zum Gaudium der begeisterten „ONE“ianer zu Besten gab.

    © by Siegfried DÖRRE

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  • BERLINER APFELSTRUDEL

    1.     BERLINER APFELSTRUDEL-SEMINAR POWERED BY TUI

    oder „FREIE BAHN FÜR MEHLSPEISTIGER“

    Österreich, ein Land der Genießer präsentierte sich am 9. Dezember 2001 im neu eröffneten Reise-Erlebnis-Center World of TUI Berlin mit seinem neben der Sachertorte wohl berühmtesten süßen Botschafter des Landes.

    Der Dezember nämlich, steht hier an der eleganten Adresse „Unter den Linden 17“ ganz im Zeichen des österreichischen Winters. Neben speziellen Dekorationen, besonderen Getränken, Snacks und passender Musik werden Spezialaktionen wie Reiseberichte, Live-Konzerte, Ausstellungen oder eben süße Attraktionen präsentiert.

    Siegfried DÖRRE, ehemaliger Wiener Kaffeesieder, somit ein Meister seines Faches – und nun Direktor des Hotel-Burg Schlaining im thermenreichen Südburgenland, legte an diesem Tag gemeinsam mit den Gästen der TUI, Hand an, um diese knusprig-saftige Köstlichkeit vor den Augen der Zuschauer zuzubereiten.

    Das Geheimnis dieser Spezialität liegt im großen Maße in seiner Zubereitung: der Teig muß so hauchdünn ausgezogen sein, daß man durch ihn hindurch eine Zeitung oder den neuen TUI-Katalog lesen kann.        

    Daß für’s Kochen, oder besser formuliert für das Apfelstrudel Rezept nicht nur eine gewisse Fingerfertigkeit, sondern auch eine gute Portion (ca 250g) Humor von Nöten ist, davon konnten sich die Zuckerbäckerlehrlinge an diesem Tag selbst ein Bild machen können.{gallery}stories/Berlin-2001{/gallery}

    © by Siegfried DÖRRE

     

  • Der Kaffee und wie er zu uns gelangte

     
    Auf die Bohne gekommen

    „Einen kleinen Braunen und eine Melange, Herr Ober!“ Eine alltägliche Bestellung, wie man sie in jedem Wiener Kaffeehaus immer wieder hört. Die Espressomaschine dampft und zischt, der Ober kommt und serviert.

    Man trinkt genüßlich den heißen Kaffee, lehnt sich zurück, plaudert, liest Zeitung. Der Kaffee gehört dazu. Kaffee ist Bestandteil des täglichen Lebens. Mehr als jedes andere Getränk. Ob im orientalischen Basar, im Flughafenrestaurant einer amerikanischen Kleinstadt, in einer Cafeteria in Rio de Janeiro. Im berühmten Florian in Venedig, in einem Hotel in Kairo – Kaffee trinkt man überall.

    Jährlich werden auf der Welt mehr als 700 Milliarden Schalen Kaffee getrunken, werden dreieinhalb Millionen Tonnen Kaffeebohnen geerntet, geröstet und dann gemahlen.

    Das teuflische Getränk, von manchen verdammt, von anderen heiß geliebt, hat seinen Siegeszug um die Welt längst angetreten. Dabei ist Kaffee ein relative junges Getränk – anders als Wein, Bier oder Tee. Im 14. Oder 15. Jahrhundert wurde zum ersten Mal Kaffee getrunken: in Jemen und Abessinien, der Heimat der Kaffeebohne. Der Legende nach war die „erste“ Kaffeehausstadt „Mocha“, eine Hafenstadt. Nach diesem „Mocha“ ist auch unser Mocca benannt. Mit der Ausbreitung des Islam, den Eroberungszügen der Türken, verbreitete sich auch die Kunst des Kaffeekochens und-genießens.

    In Mekka, der heiligen Stadt des Islam, gab es bereits Ende des 15. Jahrhunderts mehrere Kaffeezelte, und um die Mitte des 16. Jahrhundert entstand das erste Kaffeehaus auf europäischen Boden: in Konstantinopel, der Stadt am Goldenen Horn.

    Von da an ging`s bergauf: In Italien, Frankreich und schließlich auch in Österreich setzte sich „das Kaffeetrinken“ durch.

    Wie der Mensch auf den Kaffee, respektive auf die Bohne kam, weiß man heute nicht so genau. Ähnlich wie die Einführung des Kaffees in Wien eine Legende ist, ist auch de „Entdeckung der Bohne“ ein Märchen. Nicht die Menschen selbst sind auf den Kaffeestrauch aufmerksam geworden, sondern Ziegen. Arabische Hirten, so erzählt man, sei es einst aufgefallen, daß die Ziegen, die von den Früchten des Kaffeestrauches aßen, ganz besonders lebendig und frisch waren und in der Nacht einfach nicht schlafen wollten – zum Ärger der Hirten, die selbst eine ruhige Nacht verbringen wollten. Also kosteten die Hirten selbst von dem Strauch – und siehe da: Die grünen Bohnen taten außerordentliche Wirkung.

    Heute noch streiten Forscher und Gelehrte, ob die Heimat des Kaffees Abessinien in Afrika oder Jemen auf der arabischen Halbinsel ist. Das ist – beim Barte des Propheten – auch gleichgültig.

    Die ersten Kaffeetrinker waren jedenfalls die arabischen Mohammedaner. Und die vielen Pilger, die nach Mekka zogen, brachten von dort die Bohnen mit in ihre Heimatstädte.

    Die Engländer, Portugiesen und Niederländer – beide große Seefahrernationen, brachten den Kaffee dann auch in ihre Provinzen: nach Süd- und Nordamerika, nach Indien, Java und Australien. In New York wurde etwa 1696 schon das erste Kaffeehaus eröffnet, und in Sào Paulo in Brasilien gab es nachweislich 1722 schon die erste Kaffeeplantage.

    Heute kommt der Kaffee, respektive die Bohnen, weder aus Abessinien noch aus Jemen. Den Löwenanteil halten Südamerika und Afrika, und hier wiederum Brasilien, Kolumbien, Guatemala sowie Kenia und Java.

    Allein Brasilien liefert pro Jahr eineinhalb Tonnen Kaffee, das ist fast die Hälfte der Weltproduktion. Dahinter folgen Kolumbien, Mexiko und verschiedenen afrikanische Länder.

    Dabei ist Kaffee nicht gleich Kaffee. In jedem Land herrschen andere klimatische Bedingungen, in jedem Land wird der Kaffee anders geröstet. Es gibt mindestens so viele Röstungsarten und Mischungen, wie es Kaffeesorten gibt.

    Das Mischen ist eine spezielle Kunst. Denn normalerweise besteht der Kaffee, den wir zu Hause genießen, nicht aus einer Sorte, sondern aus mehreren. Die Mischungen sind vielfältig. Fast jeder Kaffeeimporteur hat seine Haus- und Spezialrezepte, die er nur ungern verrät.

    Schließlich muß man ja auch auf die Trinkgewohnheiten der Konsumenten Rücksicht nehmen. Die Italiener trinken in der Regel stärkeren Kaffee als die Deutschen oder die Schweizer.

    Nach der Mischung wird der Kaffee erst geröstet. Und auch das ist eine heikle Prozedur. Aus Grün wird Braun oder Schwarz, je nach Röstung oder Beschaffenheit der Bohnen. Bei der Röstung verlieren die grünen Bohnen etwa 18 Prozent ihres Gewichtes.

    Und jetzt erst wird der Kaffee ausgeliefert – an die Kaffeehäuser und verschiedenen Kunden. Wobei anzumerken ist, daß frisch gerösteter Kaffee so schnell wie möglich verbraucht werden sollte, sonst verliert er nämlich sein Aroma.

    Und was ist besser als ein herrlich duftender, frisch gerösteter Kaffee! – Ein Gedicht.

     

  • Das Kaffeehaus

     
    Renaissance einer Institution
    Mag. Arch. Joerg Nairz

    Das Kaffeehaus feierte 1983 sein 300jähriges Bestehen. Anläßlich dieses Jubiläum wurden neben anderen Aktivitäten einige Kaffeehäuser renoviert bzw. neu gestaltet.

     Das Wiener Kaffeehaus ist ein eigener Begriff und eine besondere Erscheinung im Kulturleben dieser Stadt. Als wichtiger Bestandteil der Wiener Kulturgeschichte hat das Kaffeehaus seine eigene Vergangenheit mit eigenem Legenden und Anekdoten (Kolschitzky, Cafè Griensteidl, Cafè Central), es ist jedoch keine rein historische Erscheinung.

    Seine Funktion in der Gesellschaft ist zwar nicht mehr so ausgeprägt wie früher, sie ehemalige Creme der Kaffeehausgäste, die intellektuellen Menschen, sind heute oft zu beschäftigt und daher meist nur mehr potentiell Kaffeehausgäste.

    Das Kaffeehaus lebt jedoch nach wie vor von seinen Stammgästen, seinen altgedienten Obern, seinen jeweiligen Besonderheiten und Traditionen. Früher lebte ein großer Teil der Künstler und Intellektuellen sprichwörtliche im Kaffeehaus, man schrieb dort, empfing, diskutierte, telephonierte, las Zeitung oder hinterließ Nachrichten für andere. In Kürschners Literaturkalender war Peter Altenbergs Adresse mit Cafè Central, Wien I, angegeben.

    Anfang dieses Jahrhunderts war in Wien das Kaffeehaus sicher der Nabel der Literaturwelt. Vom Kaffeehaus nahmen aber auch neue Richtungen der Malerei, der Musik und der Architektur ihren Ausgang.

    Das europäische Kaffeehaus entstand nicht in Wien. Es gab bereits um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Venedig, Oxford, London, Paris oder Amsterdam Kaffeehäuser. In Wien entstanden die ersten Kaffeehäuser erst nach der Türkenbelagerung von 1683.

    Die ersten Kaffeehäuser waren, soweit heute bekannt, meist in Gewölben oder kioskartigen Gebäuden untergebracht. Sie waren durchwegs sehr einfach eingerichtet und die Besitzer wechselten auch sehr oft die Lokalitäten, was auf eine nicht allzu große Investitionen schließen läßt.

    Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dann auch auf die Ausgestaltung mehr Wert gelegt, und so entstanden vornehmlich an der Schlagbrücke, der heutigen Schwedenbrücke, einige bestausgestattete Kaffeehäuser, wie z. B. das Jüngling oder das Wagner.

    So war es nur natürlich, daß sich auch die bedeutenden Architekten dieser Zeit mit dem Kaffeehaus beschäftigt haben.

    Im Jahre 1819 schuf der Wiener Architekt Josef Kornhäusl das berühmte Kaffeehaus des Ignaz Wagner an der Schlagbrücken, welches auch einen ersten Stock aufwies und alles Bisherige in den Schatten stellte.

    1932 gestaltete Josef Kornhäusl noch ein weiteres Kaffeehaus für Karl Petter in der Nähe des Theaters an der Wien.

    Im Jahre 1822 wurde nach den Plänen von Architekt Peter Nobile, dem Schöpfer des Burgtores, das Volksgartencafè des Peter Corti errichtet. Dieses Kaffeehaus in seiner rein klassizistischen Gestaltung wurde zu einem Mittelpunkt der Wiener Gesellschaft und ist durch Gartenkonzerte und Uraufführungen mit der Musikgeschichte eng verbunden.

    Um 1850 veränderte sich das Kaffeehaus. Es bekam eine neue Größenordnung und Gestalt und auch eine neue Atmosphäre.

    Als Folge der fortschreitenden Veränderung Wiens hin zur Großstadt und europäischen Metropole entstanden repräsentative Großstadtcafès meist im Stile des Historismus, mir einem nicht zu übersehenden Hang zum Mondänen und zur Repräsentation. In der Zeit einer explosionsartig zunehmender Bevölkerungszahl Wiens und einer damit verbundenen Wohnungsnot entwickelt sich das Kaffeehaus zunehmend zum Wohnraum des gebildeten Bürgertums. Im Kaffeehaus wohnte man, zu Hause schlief man. Da die Kaffeehäuser in dieser Zeit meist nach dem neuesten Zeitgeschmack eingerichtet waren und die Repräsentations- und Dekorationsformen hauptsächlich aus den Salons des Adels und der Reichen stammten, konnten auch Ärmere an der jeweiligen Mode teilhaben.

    An diesem Typ orientiert sich im wesentlichen das Wiener Kaffeehaus bis heute.

    Wo möglich, erstreckte sich das Kaffeehaus über 2 Straßenfronten und der Eingang lag meistens an der –ecke, um so von mehreren Straßen eingesehen werden zu können.

    Auch auf die schöne Aussicht wurde oft speziell Wert gelegt.

    Man betrat das Kaffeehaus meist über einen Windfang und sah sich üblicherweise einer Sitzkassa gegenüber. Durch die Sitzkassa wurde der meist ums Eck gehend Raum in einem Flügel zum Sitzen und einen Flügel zum Spielen (Billard) geeilt. Typisch für das Kaffeehaus ist auch die Aufstellung der Sitzbänke quer zur Fensterfront., so entstanden Sitzlogen in den Fenstern, aus denen der Gast die Vorgänge im Inneren des Kaffeehauses sowie auch außen auf der Staße beobachten konnten.

    In den Abschlußwänden beider Flügel waren meist mehr oder weniger aufwendig gestaltete Spiegel angebracht, die den Raum optisch vergrößerten. Vor dem Kaffeehaus waren oft unter einer Sonnenplache oder unter einem fixen Glasdach einige Tische als sogenannter Schanigarten aufgestellt, wo man in der warmen Jahrenzeit auch im Freien bedient wurde.

     

  • Caféhaus – Anekdoten

    Caféhaus – Anekdoten

    Nicht nur Literaten saßen im Kaffee Central, auch der Wiener Bürgermeister Karl Lueger, sowie ein junger sowjetischer Emigrant namens Laib Bronstein, besser bekannt unter dem Namen Trotzky. Ein hoher Beamter des Österreichischen Außenministeriums zur Zeitungsmeldung über die Russische Revolution: Wer soll den in Rußland Revolution machen, vielleich gar der Trotzky aus dem Central?

    Alfred Polgar schrieb über sein Stammkaffee, das Kaffee Central: Das Central ist ein Ort für Menschen, die die Zeit totschlagen müssen, um nicht von ihr totgeschlagen zu werden.

    Nach dem Tod von Peter Altenberg verlor das Central seine Bedeutung als Literatenkaffee. Man übersiedelte in das neugegründete Kaffee Herrenhof. Nur die Mumien halten dem Alten Haus die Treue! schrieb Anton Kuh.

    Fünf Herren kommen in ein Wiener Kaffeehaus und machen dort ihre Bestellungen: Jeder will etwas anderes, etwas Besonderes, eine Extrawurst, wie man in Wien sagt.
    Eine Schale Gold!
    Eine Teeschale braun mit Haut!
    Eine Melange!
    Einen Kapuziner!
    Eine Melange mehr braun mit kalter Milch!

    Der Kellner geht in die Kaffeeküche und sagt: 5 Kaffee bitte!

    Tallyerand sagte: Der Kaffee muß heiß sein wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel, und süß wie die Liebe.

     

  • Cafè ist IN – In Cafès

    Cafè ist IN – In Cafès

    Seit Anfang Mai stehen die Schanigärten wieder heraußen. Und sind vom ersten Tag gut besucht. Viele junge Leute sind da – die Innenstadt lebt wieder. Genießerisch saugt man die Frühlingsluft ein, sonnt sich in der Wärme. Man redet. Plaudert. Scherzt. Junge Mädchen, lässig auf den Sesseln, die Beine übereinander geschlagen, einen Campari, einen Eiskaffee oder ein Glas Sekt schlürfend, lachend, ausgelassen.

    Das Kaffeehaus ist wieder „in“. Dort trifft man sich, dort geht man hin. Plüschbänke und Marmortische, Wandspiegel und Jugendstileuchen. Eleganz ist Nostalgie.

    In den letzen Jahren sind mehr Lokale aufgemacht worden als im Jahrzehnt vorher. An allen Ecken und Enden der Stadt wird ein Beisl, ein kleines Lokal, ein kleines Cafè eröffnet. Die Besucher sind meist ebenso jung wie die Besitzer oder Geschäftsführer. Menschen, die von der abendlichen Medienberieselung haben und dich ihr Programm lieber selber machen.

    Früher Abend in einem Wiener Innenstadtcafè. Fast alle Logen sind besetzt. Platz gibt`s kaum mehr. Eine Gruppe Studenten mit Manuskripten – man diskutiert, trinkt dann und wann vom Wein, der Aschenbecher quillt über. Gleich daneben, in der versteckten Loge, zwei Verliebte. Weltversunken. Als hörten sie die lautstarken Dispute der Studenten nicht. Ein paar Schüler von der nahegelegenen Tanzschule sind da: manierlich, wie`s sich gehört unter Tanzschülern. Brav, die weißen Handschuhe auf der Sitzbank. Der Zeitungstisch ist leer. Ein zwanzigjähriger Intellektuellentyp – Schnurrbart und Brille und Gauloises – verschanzt sich hinter großformatigen Blättern.

    Ein anderes Kaffeehaus – auch in der Innenstadt. Die Leute, die hier verkehren, nennt man „in“: die Blondine mit der Rolex, kokett an die Bar gelehnt, die am Champagnerglas nippt und sich bemüht, möglichst unbeteiligt dreinzuschauen, und sich bisweilen betont lässig durch die Haare fährt, der Altplayboy mit dem verwitterten Gesicht, den Armani-Jeans und dem Cashmerepulli, der Aktenkofferjurist mit Flanellhose und schmaler Lederkrawatte – auch die gibt`s im Kaffeehaus. Auch die schlagen sich ihre Zeit dort tot – wie es übrigens schon Alfred Polgar getan und geschrieben hat.

    Die Mädchen aus reichem Haus, sorgfältig geschminkt, und so ihre Langweile kaschierend, die jungen Gymnasiasten, die lieber bei einer Melange sitzen als in der Lateinstunde zu schwitzen, die Journalisten, die sich ihre Informationen lieber im Kaffeehaus als irgendwelchen Amtstuben holen – sie alle gehen ins Kaffeehaus. Und auch das ältere Ehepaar verschweigt sich den Abend nicht mehr so oft vor dem Fernseher, sondern unterhält sich im Cafè.

    Die Legende Kaffeehaus ist Realität – lebendige Realität. Ob Realitätsbewältigung oder Realitätsflucht, ob politisches Forum oder Zufluchtsort für Verliebte, bleibt sich letztlich gleich. Das Kaffeehaus bietet eben alles. In Wien gibt es heute insgesamt 1.700 Kaffeehausbetriebe – traditionelle Kaffeehäuser mit Plüsch und nostalgischer Atmosphäre, Cafè-Konditoreien mit verlockenden Mehlspeisbuffets, Espressi für die Hektischen, Cafè-Restaurants für diejenigen, die auch ihren Magen verwöhnen.

    Wer geht in`s Kaffeehaus?

    15- bis 18jährige: 4,2%

    19- bis 25jährige: 24,1%

    26- bis 35jährige: 22,4%

    36- bis 45jährige: 19,6%

    46- bis 55jährige: 9,7%

    56- bis 65jährige: 8,3%

    über 66jährige: 8,9%

    Fazit:

    Ein Drittel aller Kaffeehausbesucher ist jünger als 25 Jahre!

    Mehr als 2 Drittel der Kaffeehausgäste sind jünger als 45 Jahre.

    80% der Kaffeehausbesucher sind Stammgäste, das heißt, sie gehen mindestens einmal in der Woche ins Kaffeehaus.

    Fast die Hälfte der Kaffeehausbesucher sitzt täglich ins Kaffeehaus.

    Warum geht man ins Kaffeehaus?

    Plaudern mit Freunden: 60,4%

    Kaffeespezialitäten: 58,8%

    Ruhe und Entspannung: 45,3%

    Zeitung lesen: 44,1%

    Mehlspeisen: 37,7%

    Musik: 23,7%

    Spiele: 23,3%

     

  • Anektdoten

     
    Nicht zu Hause und doch nicht an der frischen Luft

    Wie immer dem sei: von den Lipizzaner der Spanischen Reitschule bis zur Oper, vom Hotel Sacher bis zur Konditorei Demel ist die Wirklichkeit, die der Legende nachkommt, ja geradezu nacheifert, sind es die funktionierenden Legenden, die das Charakterbild Wiens entscheidend mitbestimmen. Die weitaus komplizierteste dieser Legenden ist das Wiener Kaffeehaus.
    Friedrich Torberg

    Ein Journalist macht eine aufschlußreiche, gleichwohl geheimnisvolle Beobachtung: „Immerzu gehen Leute ins Hawelka hinein, und keiner kommt wieder heraus. Was macht der Hawelka eigentlich mit seinen Gästen?“
    Friedrich Torberg

    Was ist ein Kaffeehausliterat? Ein Mensch, der Zeit hat, im Kaffeehaus darüber nachzudenken, was die anderen draußen nicht erleben.
    Anton Kuh

    Das berühmte Glas Wasser, das bei längerem Verweilen verdoppelt und verdreifacht wird, stellt eine Höflichkeit dar, dem Gast zu bezeugen, daß im Wiener Cafè nicht die Konsumation entscheidend ist, sondern die Anwesenheit.
    Ludwig Plakolb

    Den größten Posten im literarischen Budget des kaufenden Publikums beziffern bei weitem nicht mehr die Bücher, sondern die Zeitungen. Jedes Kaffeehaus ist eine Leihbibliothek, fast jeder größere Cafètier gibt bis zwei- bis dreihundert Gulden für seine Zeitungen aus. Welcher Fürst gibt das für seine Bücher aus?
    Ferdinand Kürnberger

    Im Kaffeehaus sitzen Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen.
    Alfred Polgar

    Im Kaffeehaus sitzen Talente so dicht an einem –Tisch, daß sie sich einander gegenseitig an der Entfaltung hindern.
    Karl Kraus

    Mancher strebsame junge Mann hierzulande, der für die Bildung seines Genius etwas tun wollte, hat seine Laufbahn damit begonnen, daß er sich zunächst das geeignete Cafè aussuchte.
    J.A. Lux

    Seit 10 Jahren sitzen die zwei jeden Tag stundenlang, ganz allein im Kaffeehaus. Das ist eine gute Ehe! Nein, das ist ein gutes Kaffeehaus.
    Alfred Polgar

     

  • Caféhaus – Angebote

    Caféhaus – Angebote

    Kaffee

    • Mocca klein oder groß (eine einfache bzw. doppelte Menge Kaffee mit der einfachen bezw. doppelten Menge Wasser)
    • Melange (einfache Menge Kaffee, mit heißer Milch und viel Milchschaum)
    • Einspänner (Variation des Mocca, er wird im Glas und mit Schlagobers serviert)
    • Fiaker (ein Mocca im Glas serviert mit Rum)
    • Kapuziner (schwarzer Kaffee mit einem Schuß Milch – braun wie die Kutte eines Kupuzinermnöchs)
    • Franziskaner (Melange sehr licht, mit Schlagobers und Schokostreuel)
    • Maria Theresia (Mocca versetzt mit einem Schuß Orangenlikr)
    • Mazagran (Mocca wird mit Eiswürfeln gekühlt und mit Maraschino versetzt)
    • Wiener Eiskaffee (Vanilleis mit einem erkalteten Mocca und viel Schlagobers)

    In früheren Zeiten hat man den Kaffee nach Farbe bestellt. Im Kaffee Herrenhof gab es einen legendären Ober Hermann, der stets eine Lakiererfarbtafel mit 20 Farbschattierungen, die noch dazu nummeriert waren, mit sich herumtrug und seine Gäste jeweils nach der gewünschten Frbung bestellen ließ.

    Um den Kaffeehäusern das Überleben zu sichern wurde das Angebot erweitert. Während der Kontinentalsperre durch Napoleon als man in Wien keine Kaffeebohnen erhielt, wurden die Konzessionen auf Wein und kleine Speisen ausgedehnt. Warme Mehlspeisen hielten Einzug. Erst viel später wurde das heutige Kaffee-Restaurant geboren, in dem man häufig eine hervorragende Küche vorfindet, die einem Restaurant in keiner Weise nachsteht.

    In früheren Zeiten hat man den Kaffee nach Farbe bestellt. Im Kaffee Herrenhof gab es einen legendären Ober Hermann, der stets eine Lakiererfarbtafel mit 20 Farbschattierungen, die noch dazu nummeriert waren, mit sich herumtrug und seine Gäste jeweils nach der gewünschten Frbung bestellen ließ.

    Um den Kaffeehäusern das Überleben zu sichern wurde das Angebot erweitert. Während der Kontinentalsperre durch Napoleon als man in Wien keine Kaffeebohnen erhielt, wurden die Konzessionen auf Wein und kleine Speisen ausgedehnt. Warme Mehlspeisen hielten Einzug. Erst viel später wurde das heutige Kaffee-Restaurant geboren, in dem man häufig eine hervorragende Küche vorfindet, die einem Restaurant in keiner Weise nachsteht.

     

  • In Wien liebt man`s süß

    In Wien liebt man`s süß

    … nicht nur das Leben, sondern vor allem – die „Mehlspeis“. Und die gehört zum Kaffee wie das sprichwörtliche Glas Wasser, ohne das dieses Getränk in einem richtigen Wiener Kaffeehaus nicht serviert wird. Allerdings: Vor einem Mehlspeisbuffet läuft einem schon von selber das Wasser im Mund zusammen….Wollen Sie wählen? Hier sind ein paar typische Wiener Kaffeehausmehlspeisen!

    Apfelstrudel:

    Hauchdünn ausgezogener Strudelteig, gefüllt mit feingeschnittenen Äpfeln, Semmelbröseln, die in Butter geröstet sind, Zimt, Zucker, Rosinen und Walnüssen.

    Beugeln:

    Kipferln mit Mohn- oder Nußfülle.

    Buchteln:

    Ein Germteiggebäck, gefüllt mit Marmelade.

    Faschingskrapfen:

    Feiner Germteig, mit Marmelade gefüllt und in Fett schwimmend herausgebacken. (Faschingskrapfen gibt es übrigens nicht nur im Fasching!)

    Gugelhupf:

    Eine Art Topfenkuchen aus Sandmasse oder feinem Germteig. Beim Marmorgugelhupf wird die Teigmasse zur Hälfte mit Kakao vermengt – daher das Aussehen, das an Marmor erinnert.

    Golatschen:

    Gebäck aus Plunder- oder feinem Germteig, mit Topfen oder Powidl (Zwetschkenmus) gefüllt.

    Linzeraugen:

    Zwei runde Mürbteigstücke, die mit Marmelade bestrichen und aufeinandergelegt werden, wobei der obere Teil in Ringform ausgestochen ist.

    Obstkuchen:

    Ein Teigboden, mit Obst (Zwetschken, Marillen, Ribiseln, Kirschen etc.) belegt und mit Zimtzucker bestreut.

    Roulade:

    Eine gerollte Biskuitmasse, die mit Marmelade oder Creme gefüllt wurde.

    Pignolikipferl:

    Haselnußmasse in Pignoli gewalzt und in Kipferlform gebacken.

    Punschnitte – Punschkrapferl:

    Punschfülle zwischen zwei Biskuitböden mit rosa Fondant glaciert bzw. getunkt.

    Rehrücken:

    Schokolademasse mit Ribiselmarmelade und Schokoladebuttercreme gefüllt, mit Schokolade glaciert und mit gestiftelten Mandeln „gespickt“.

    Zwetschkenfleck:

    Dünner Germteig, der mit Zwetschken belegt wird und mit Zimt und Zucker bestreut ist.

    Sachertorte:

    Schokolademasse mit Marillenmarmelade und Schokoglasur. Zur Sachertorte ißt man meistens eine Portion Schlagobers.

    Schnecken:

    Gerollter Plunderteig, mit Nüssen und Rosinen gefüllt und mit Zuckerglasur bestrichen.

    Strudel:

    Neben dem schon beschriebenen Apfelstrudel gibt es in den Wiener Kaffeehäusern auch Mohn- und Nußstrudel aus Germteig sowie den beliebten Topfenstrudel, der auch warm (evtl. mit Vanillecreme) serviert wird.

    Esterhàzytorte (-schnitte):

    Dünne Haselnußböden mit Maraschinobuttercreme zusammengefüllt. Obenauf mit weißem Fondant glaciert. Das typische Esterhàzymuster ist auf den Fondant in Streifen gespritzte Schokolade, die mit einem Messer gezogen wird.

    Florentiner:

    Mandeln mit kandierten Früchten und Zucker mit Schlagobers geröstet. Dünn auf ein Blech aufgetragen, gebacken, mit Schokolade glaciert und mit Aranzani belegt.

    Indianer:

    Zarte Biskuitkuppeln mit Schokoladeglasur überzogen und mit Schlagobers gefüllt.

    Mandelbogen:

    Mandeln, Zucker und Eiweiß abgeröstet auf eine Backoblate gestrichen und über einer Bogenform gebacken.