In Wien liebt man`s süß

 

 
… nicht nur das Leben, sondern vor allem – die „Mehlspeis“. Und die gehört zum Kaffee wie das sprichwörtliche Glas Wasser, ohne das dieses Getränk in einem richtigen Wiener Kaffeehaus nicht serviert wird. Allerdings: Vor einem Mehlspeisbuffet läuft einem schon von selber das Wasser im Mund zusammen….Wollen Sie wählen? Hier sind ein paar typische Wiener Kaffeehausmehlspeisen!

Apfelstrudel:

Hauchdünn ausgezogener Strudelteig, gefüllt mit feingeschnittenen Äpfeln, Semmelbröseln, die in Butter geröstet sind, Zimt, Zucker, Rosinen und Walnüssen.

Beugeln:

Kipferln mit Mohn- oder Nußfülle.

Buchteln:

Ein Germteiggebäck, gefüllt mit Marmelade.

Faschingskrapfen:

Feiner Germteig, mit Marmelade gefüllt und in Fett schwimmend herausgebacken. (Faschingskrapfen gibt es übrigens nicht nur im Fasching!)

Gugelhupf:

Eine Art Topfenkuchen aus Sandmasse oder feinem Germteig. Beim Marmorgugelhupf wird die Teigmasse zur Hälfte mit Kakao vermengt – daher das Aussehen, das an Marmor erinnert.

Golatschen:

Gebäck aus Plunder- oder feinem Germteig, mit Topfen oder Powidl (Zwetschkenmus) gefüllt.

Linzeraugen:

Zwei runde Mürbteigstücke, die mit Marmelade bestrichen und aufeinandergelegt werden, wobei der obere Teil in Ringform ausgestochen ist.

Obstkuchen:

Ein Teigboden, mit Obst (Zwetschken, Marillen, Ribiseln, Kirschen etc.) belegt und mit Zimtzucker bestreut.

Roulade:

Eine gerollte Biskuitmasse, die mit Marmelade oder Creme gefüllt wurde.

Pignolikipferl:

Haselnußmasse in Pignoli gewalzt und in Kipferlform gebacken.

Punschnitte – Punschkrapferl:

Punschfülle zwischen zwei Biskuitböden mit rosa Fondant glaciert bzw. getunkt.

Rehrücken:

Schokolademasse mit Ribiselmarmelade und Schokoladebuttercreme gefüllt, mit Schokolade glaciert und mit gestiftelten Mandeln „gespickt“.

Zwetschkenfleck:

Dünner Germteig, der mit Zwetschken belegt wird und mit Zimt und Zucker bestreut ist.

Sachertorte:

Schokolademasse mit Marillenmarmelade und Schokoglasur. Zur Sachertorte ißt man meistens eine Portion Schlagobers.

Schnecken:

Gerollter Plunderteig, mit Nüssen und Rosinen gefüllt und mit Zuckerglasur bestrichen.

Strudel:

Neben dem schon beschriebenen Apfelstrudel gibt es in den Wiener Kaffeehäusern auch Mohn- und Nußstrudel aus Germteig sowie den beliebten Topfenstrudel, der auch warm (evtl. mit Vanillecreme) serviert wird.

Esterhàzytorte (-schnitte):

Dünne Haselnußböden mit Maraschinobuttercreme zusammengefüllt. Obenauf mit weißem Fondant glaciert. Das typische Esterhàzymuster ist auf den Fondant in Streifen gespritzte Schokolade, die mit einem Messer gezogen wird.

Florentiner:

Mandeln mit kandierten Früchten und Zucker mit Schlagobers geröstet. Dünn auf ein Blech aufgetragen, gebacken, mit Schokolade glaciert und mit Aranzani belegt.

Indianer:

Zarte Biskuitkuppeln mit Schokoladeglasur überzogen und mit Schlagobers gefüllt.

Mandelbogen:

Mandeln, Zucker und Eiweiß abgeröstet auf eine Backoblate gestrichen und über einer Bogenform gebacken.

Von kleinen Braunen und Majestäten

 

 

Von kleinen Braunen und Majestäten

Fünf Herren kommen in ein Wiener Cafè und machen ihre Bestellungen. Jeder will etwas anderes, etwas Besonderes – eine Extrawurst, wie man so schön sagt.

„Eine Schale Gold, passiert!“

„Eine Teeschale braun, mit Haut!“

„Eine Melange, mehr weiß!“

„Einen Kapuziner!“

„Eine Melange mehr braun mit kalter Milch in vorgewärmter Schale!“

Der Kellner geht in die Kaffeeküche und sagt: “ Fünf Kaffee“.

Wer diese Zeilen versteht, verdient den Titel “ Kaffeehausprofessor“. Kaffee trinken und vor allem Kaffeebestellen sind schon fast eine Wissenschaft. Kaffee ist nämlich nicht Kaffee. Ein kleiner Brauner schmeckt anders als eine Melange oder ein Einspänner. Nirgends gibt es so viele Kaffeespezialitäten wie in Wien. Und nirgends werden sie so gepflegt wie in Wien.

Wenn man denkt, dass es einmal achterlei Sorten Melange gegeben hat, dass ein Kellner mit einer Farbtafel zu ihren Gästen gekommen sind und gefragt haben, welche Farbe der Kaffee haben sollte, wenn man sich erinnert, wie viele Größenmaße es allein bei den Kaffeeschalen gibt, dann wird man verstehen, warum Kaffee trinken in aus der Wien eine kulinarische Besonderheit ist.

Aus der Fülle der Kaffeespezialitäten haben wir ein paar herausgesucht, sozusagen als –Anreiz für Kaffeespezialitäten und solche, die es noch werden wollen.

FRANZISKANER

Schon bei Wallenstein , der bekanntlich noch keinen Kaffee kannte, war es der Franziskanerpater, der allen zurief: „Wachet, damit ihr nicht in Versuchung fallet.“

Die Franziskaner waren auch durch die Farbe ihres Ordenskleides die Namensgeber für diese bekömmliche Wiener Kaffeespezialität, bei der man nach dem zweiten Glas Gusto auf ein drittes bekommt.

Zutaten: Ein kleiner Mocca mit viel Milch, 2 Kaffeelöffel Schlagobers, Schokoladestreusel, Zucker.

Zubereitung: In ein Wiener Spezialitätenglas einen kleinen Mocca mit heißer schaumiger Milch bis knapp unter dem Rand auffüllen. Darauf geschlagenes Obers und Streusel.

EINSPÄNNER

Einspänner nennt man in Wien ein halbes Paar Würstel, einen Fiaker mit einem Pferd oder den in einem Henkelglas servierten Kaffee mit Schlag. Die Fiaker mussten mit einer Hand das Pferd halten, daher mußte der heiße Kaffee in einem Henkelglas serviert werden. Glas und Getränk nannte man Einspänner.

Zutaten: Kaffee, Schlagobers, Zucker.

Zubereitung: Ein starker heißer Kaffee wird in einem Wiener Einspännerglas reichlich mit Schlagobers garniert.

KAISERMELANGE

Melange ist die Bezeichnung des Kaffees zwischen braun und gold, bei der Kaisermelange färbt Eidotter statt Milch. Dieses Getränk eignet sich besonders als Stärkung für Kranke und Sportler und als Muntermacher nach anstrengenden Nächten.

Zutaten: Kaffee, Ei, Honig und Mocca.

Zubereitung: Eidotter mit gut 15 – 20g Honig in einer großen Mocca Schale verrühren und den heißen Kaffee darübergiessen.

FIAKER

Die Fiaker strengten und strengen sich heute noch an, so reich wie die Meister werden sie aber nie. Deshalb versetzen sie ihren Kaffee auch mit Rum, anstatt einen teuren Weinbrand dazu zu trinken.

Zutaten: Verlängerter Mocca, Rum, eventuell Schlagobers.

Zubereitung: In den verlängerten Mocca wird ein Schuss Rum gegeben. Man kann auch Schlagobers dazugeben.

WIENER EISKAFFEE

Den Wiener Eiskaffee gibt es schon seit “ ewigen“ Zeiten“. Bereits der Kaffeesieder Milani servierte in seinem Limonadenzelt um 1790 diese begehrte Köstlichkeit. Zum Unterschied vom Schweizer Eiscafè besteht der Wiener Eiskaffee wirklich Kaffee und Eis und nicht nur aus Kaffee-Eis.

Zutaten: Mocca, zwei Kugeln Vanilleeis.

Zubereitung: Schwarzer Kaffee wird über Vanilleeis geleert und dann als Eiskaffee im hohen Glas (mit Limonadenlöffel und Strohhalm) serviert.

MARIA THERESIA

Maria Theresia trank gerne Kaffee und hat sich auch um das Wiener Kaffeehaus sehr verdient gemacht. Aber auch den klugen Männern, die sie um sich versammelte, brachte dieser Kaffee die besten Einfälle.

Zutaten: Verlängerter Mocca, 2 cl Likör 1`Orange, Schlagobers Gupf, flüssiger Zucker und bunter Streusel.

Zubereitung: In ein Wiener Spezialitätenglas Orangenlikör eingießen, darüber flüssigen Zucker und heißer Mocca, darüber einen –Schlagobers Gupf mit Streusel.

TÜRKISCHER KAFFEE

Das türkische Kaffee Kanderl ist im Wappen des Wiener Kaffeesieders als Andenken an das Jahr 1683 geblieben, genau wie das Kipferl, das den türkischen Halbmond symbolisiert.

Zutaten: Türkisch gemahlener Kaffee, Staubzucker.

Zubereitung: Der extrem fein gemahlene Kaffee wird mit Staubzucker vermengt und davon reichlich ins türkische Kaffeekanderl gegeben. Das Kanderl bis zu 2/3 mit frischem Wasser füllen, über Feuer zweimal aufwallen lassen und mit einigen Tropfen kaltem Wasser abschrecken, damit sich das Kaffeemehl zu Boden setzt.

MEISTERKAFFEE

Früher hatten die Meister noch ein leichtes Leben. Und konnten sich auch etwas leisten. Deshalb tranken sie den Kaffee nicht einfach mit Milch oder überhaupt schwarz. Nach getaner –Arbeit ließ sich der Meister einen edlen Weinbrand zu seinem Kaffee servieren-Meisterkaffee.

Zutaten: Kaffee – gleichgültig ob schwarz, braun oder verlängert.

Zubereitung: Der Weinbrand wird im Schwenker extra serviert.

Karl Teply – Die Anfänge des Wiener Kaffeehauses Legenden und Fakten

 

 

Daß Kipferl und Kaffee Wien als „gar köstliche Folge einer mißglückten Belagerung“ zugekommen seien, genießt gemeinhin – zumindest was das Lieblingsgetränk der Wiener betrifft – das Ansehen einer kaum jemals ernsthaft in Zweifel gezogener historischen Tatsache. Und das stellt sich dann folgendermaßen dar:

Einen vollen Monat schon umschloß das ungeheure Türkenheer, das Kara Mustafa aus Konstantinopel herangeführt hatte, die Kaiserstadt. Trotz heroischsten Opfermutes ihrer Bürger begann unter seinem übermächtigen Würgegriff der Widerstand zu erlahmen. Das Schicksal des Bollwerks der gesamten Christenheit hing am rechtzeitigen Eintreffen des sehnlich erwarteten Ersatzheeres. Doch niemand wollte das Wagestück unternehmen, dem Generalismus des Kaisers Nachricht von der verzweifelten Lage zu geben. Da erbot sich der Orientwarenhändler Georg Franz Kolschitzky, seiner zweiten Heimat den gefährlichen Dienst zu leisten. Vertraut mit der Sprache und den Sitten der Türken, schlich er sich mit seinem treuen Diener Michaelowitz verkleidet durch das Lager des grausamen Erbfeindes. Die tröstliche Kunde, die er zurückbrachte, gab den Verteidigern Kraft, durchzuhalten.

Die Rettung kam in letzter Minute. Unendlich war der Jubel; unermeßlich die Beute. Unter den Schätzen des im Stich gelassenen Türkenlagers fanden sich hunderte Säcke mit kleinen graugrünen Bohnen. Kein Mensch mochte das vermeintliche Kamelfutter. Schon erwog man, es in die Donau zu schütten oder zu verbrennen. Kolschitzky verhinderte dieses Sakrileg. Von seiner Leidenszeit als türkischer Sklave kannte er das Geheimnis der Bohnen. Seit vor vielen hundert Jahren Derwische aus Mekka, der heiligen Stadt der Muselmanen, zufällig entdeckt hatten, daß sich aus ihnen ein köstliches Getränk bereiten ließ, war es das gehütete Privileg der Söhne Allahs geblieben. Damit sollte es ein Ende haben. Als ihn der Bürgermeister rufen ließ und aufforderte, sich eine Belohnung auszubitten, verlangte der gefeierte Held bescheiden-stolz lediglich die nutzlosen Bohnen. Dazu die Erlaubnis, eine Ausschank des türkischen Tranks eröffnen zu dürfen. Kopfschüttelnd vernahmen Bürgermeister und Rat dieses seltsames Begehren. Sie unterbreiteten es dem Kaiser, und der stand nicht an, die Bitte umgehend zu gewähren. Als Draufgabe schenkte die dankbare Stadt Kolschitzky den stattlichen Hof „Zum Roten Kreuz“ in der Domgasse.

Zunächst wäre der Wackere allerdings fast gescheitert. Denn der bittere Kahve-Trank sagte dem Gaumen der Wiener gar nicht zu. Aber Kolschitzky war nicht nur gewandt und tapfer, sondern auch zähe und findig. Ein Zufall kam ihm zu Hilfe. Eines Tages geriet ihm irgendwie Zucker in die schwarze Brühe. Ärgerlich kostete er, stellte aber zu seiner Überraschung fest, daß der gesüßte Kahve gar nicht übel schmeckte. Probeweise seihte er den Satz ab und fügte etwas Milch zu. Und damit hatte er es geschafft! Das solcherart verwienerte Getränk fand Anklang.

Einiges über den Kaffee

  • Der Kaffeestrauch wird 2-3 Meter hoch, hat glänzender, etwa zehn Zentimeter lange Blätter und weiße, duftende Blüten, aus denen nach einigen Monaten ovale Steinfrüchte entstehen, die je zwei Samen enthalten. Die Samen sind die eigentlich Bohnen und riechen – im Rohzustand – nach gar nichts.
  • Der Kaffeestrauch ist ein sehr empfindliches Gewächs, gedeiht in Höhenlagen zwischen 600 und 1.200 Meter und braucht reichliche Bewässerung. Ein Strauch liefert pro Jahr etwa 1 bis eineinhalb Kilo Bohnen. Die Ernte erfolgt händisch, ist also sehr arbeitsintensiv.
  • Eine einzige Frostnacht kann die Kaffee-Ernte eines ganzen Jahres zerstören (wie etwa 1975 in Brasilien).
  • Koffein (C8H10N4O2) ist sozusagen die Substanz des Kaffees. Eine Alkaloid, das belebende, aufbauende Wirkung hat. Es wirkt auf die Reflexzentren des Rückenmarks als Stimulans. Und stärkt damit die Muskulatur.
  • Das größte Kaffeeland der Welt ist Brasilien. Aus Brasilien kommen auch die „schärfsten“ Kaffeesorten, während in Mittelamerika und Afrika eher milde Sorten gedeihen. Manche Kaffeesorten werden auch nach ihren Ursprungsländer benannt: Kenia, Brasil, Java usw.
  • Blend nennt man die Zusammensetzung der Kaffeemischung. Jeder Kaffee wird aus mehreren Sorten gemischt und dann geröstet. Je nach Röstung werden die Bohnen dunkler oder heller – der Kaffee ist dann stärker oder schwächer.

Feuerzangenbowle

 

Der Wiener Zuckerhut ladet ein zu einer Feuerzangenbowle!

FEUERZANGENBOWLE
Zutaten:
1 unbehandelte Orange 1 unbehandelte Zitrone 5 Gewürznelken 1 Zimtstange 1 Wiener Zuckerhut 3 Fl. Rotwein (à 0,7 l) 1/4 L  Rum (mind. 60%l)
 Wiener Zucker  Feuerzangenbowle

Zubereitung:
Orange und Zitrone unter heißem Wasser gründlich waschen, abtrocknen. Die Schale der Zitrusfrüchte möglichst dünn und spiralenförmig abschälen.Den Wein in einen Kessel oder einen entsprechend großen Topf leeren. Gewürze, Orangen- und Zitronenschale zugeben. Die Feuerzange über den Kessel legen.Wiener Zuckerhut darauflegen und mit Rum tränken, dann anzünden. Immer wieder etwas Rum auf den Zuckerhut gießen, damit der schmelzende Zucker nach und nach in den Wein tropft. Die Bowle in feuerfesten Gläsern servieren.

Der Zuckerhut ist der Anfang der Wiener Zucker-Kultur. Dieser gepreßte Feinkristallzucker hat die traditionelle Form, in der früher Zucker gehandelt wurde.
Die jahrhundertelang klassische Form der Zuckerherstellung geriet zunehmend in Vergessenheit.
Um diese Abkehr vom Zuckerhut als gebräuchliche Handelsform rankt sich eine kleine Anekdote, in der Jakob Christoph Rad und seine Gattin eine wesentliche Rolle spielen.
Jakob Christoph Rad (1799-1872) wurde durch die Beziehungen der Verwandtschaft seiner Frau Juliane zum Direktor der damals bereits weithin bekannten Zuckerfabrik des Runkelrübenpioniers Franz Grebner im mährischen Datschitz. Rad, der aufgrund seiner beruflichen Erfolge bereits das Image eines Daniel Düsentriebs der Donaumonarchie hatte (z.B. Erfindung eines optischen Telegraphensystems, für das er vom Kaiser ein Förderstipendium in Höhe von 3000 Gulden bewilligt bekam), erweiterte die Zuckerfabrik um eine Fruchtsiederei und eine Schokoladefabrik.
Juliane Rad hatte aufgrund der Stellung ihres Mannes eine Reihe von sozialen Verpflichtungen zu erfüllen. Als Industriellengattin gehörten regelmäßige Einladungen lediger Mitarbeiter zum Mittagessen zu ihren Aufgaben. Als eine Gruppe solcher ”Kostgänger” an einem schönen Augusttag bei Frau Juliane zum Essen erschien, zeigte sie ihnen eine Wunde, die sie sich beim Zuckerhacken zugefügt hatte, und meinte dazu scherzhaft: ”Einer der Herren hätt‘ eigentlich längst schon etwas erfinden können, damit man sich nicht immer am Zuckerhut zwickt.
Im weiteren Verlaufe des Mittagessens wurde das Thema der Verletzungsgefahr beim Zerhacken von Zuckerhüten mittels scharfer Messer, Zangen oder Sägen dann weiter diskutiert, und Frau Rad meinte, es müsse doch möglich sein, für den Haushalt würfelförmige Zuckerstücke herzustellen. Da fühlte sich der frischvermählte junge Ehemann angesprochen und präsentierte ihr schon drei Monate später ein hübsches Kistchen mit dreihundertfünzig roten und weißen Zuckerwürfeln. Das war die Geburt des Würfelzuckers!
In jüngster Zeit wurde der Wiener Zuckerhut vor allem aus nostalgischen Gründen für Feuerzangenbowlen in rauhen Winternächten und bei stimmungsvollen Frühjahrs- und Sommerfesten wiederentdeckt und seither in kleinen Mengen wieder hergestellt.

 
Es ist das romantische Getränk der kalten Jahrezeit: die Feuerzangenbowle. Eigentlich ist sie ein Punschgetränk, das schon vor 200 Jahren als „Krambamboli“ bekannt war. Welche Wirkung die heiße Mischung aus Rum, Rotwein und Zuckerhut haben kann, wissen Filmfans spätestens seit dem gleichnamigen Streifen: Heinz Rühmann alias Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer holt nach dem Genuss der Bowle die Zeit an einer „öffentlichen Lehranstalt“ nach – verkleidet als Schüler. Um die so belebende Bowle nachmachen zu können, reicht schon ein Kochtopf, eine Kelle und ein feuerfestes Sieb, auf das man den Zuckerhut legen kann. Schöner ist ein Kupferkessel mit langer Kelle für den Alkohol. Die Zubereitung ist einfacher als vielfach vermutet wird.
 

Woher rührt eigentlich der Ausdruck „Krambambuli“? Hergeleitet wird dieses Wort von „Kranewitt, das sich aus den mitttelhochdeutschen Wörtern ‚Kranech‘ =Krächzer und ‚wit‘=Holz zusammensetzt: Krächzerholz, so nannte man einen Strauch, dessen Früchte eine besondere Drosselart, die heisere Laute ausstößt, bevorzugt, nämlich die Wacholderdrossel. Der „Krambambuli“ war somit ursprünglich ein Wacholderschnaps.

Die Likörfabrik „Der Lachs“ von Isaak Wed-Lings Wittib und Eydam Dirck Hegger in Danzig, die bis 1945 existierte, benannte einen von ihr produzierten Kirschlikör „Krambambuli“. Berühmt wurde dieser Likör durch das Lied „Der Krambambuli. Ein Loblied über die gebrannten Wasser im Lachs zu Dantzig“ von Christoph Friedrich Wedekind (1709 – 1777). Der Erstdruck dieses Liedes erfolgte im Jahre 1745 und hatte 102 (!) Strophen aufzuweisen. Einen weiteren Bekanntheitsgrad erlangte der Begriff „Krambambuli“ durch die gleichnamige Novelle der österreichischen Dichterin Marie Ebner-Eschenbach, wo ein Landstreicher einen entlaufenen Hund nach seinem Lieblingsschnaps benennt.

Diese Novelle wurde in den Fünzigerjahren mit Rudolf Prack in der Hauptrolle verfilmt, in nächster Zeit kommt eine Neuverfilmung, in der die Rolle des Landstreichers vom bekannten österreichischen Schauspieler Tobias Moretti (‚Kommissar Rex‘) verkörpert wird, in die Kinos.

flaming red wine punch party

 

FEUERZANGENBOWLE (flaming red wine punch party)

Sugar culture in Vienna began with the sugar hat, an extremely fine crystal sugar which was finely ground and pressed. For centuries this was the standard way of manufacturing sugar until it eventually was used less and less and then forgotten. There is a story behind the decline of the sugar hat as a customary business trade, in which Jakob Christoph Rad and his wife played a significant role.

Jakob Christoph Rad (1799-1872) became the director of the sugar factory originally owned by the fodder beet pioneer Franz Grebner. At the time, the factory was already widely known. Rad, who because of his career success became known as the Daniel Düsentrieb of the Danube monarchy (Daniel Düsentrieb was the inventor of an optical telegraph system who was granted a scholarship from the Emperor in the region of 3000 Gulders) went into expansion and bought a fruit farm and a chocolate factory. Juliane Rad had many social obligations to fulfil because of her husband’s position. As an industrial wife, she was obliged to invite her working colleagues regularly to lunch. One warm August day, as one of these groups of „freeloaders“ arrived at Julianes for lunch, she showed them her wound, which she had got whilst hacking sugar, and she said jokingly:

„You’d think that the gentlemen would have invented something by now so that people didn’t have to cut themselves all the time when hacking sugar“.

During lunch, the topic of safety and injury at work from the hacking of sugar hats with sharp knives, tongs and saws came up and was discussed, and it was Mrs. Rad who said: it must be possible to produce cube-shaped pieces of sugar for the household. The newly-wed young husband then felt challenged, and just three months later he presented her with a pretty little case containing three hundred and fifty red and white sugar cubes. That is how the sugar lump was born.

The Viennese sugar hat has recently been rediscovered and is being used again as an ingredient in beverages like the „Feuerzangenbowle“ on harsh winter nights and at spring and summer festivals. The main reason for the rediscovery of the sugar hat was sentimental nostalgia, and it is now being manufactured again in small quantities.

Feuerzangenbowle

Ingredients:

1 whole orange 1 whole lemon 5 cloves 1 cinnamon stick 1 Vienna sugar hat 3 fl. red wine (0.71) 1/4 L of  rum (min. 60 % Alc.)

Wiener Zucker   Feuerzangenbowle

Preparation:

 

Wash the orange and lemon thoroughly under hot water and then dry them off. Peel the rinds of the citrus fruits as thinly as possible into spiral shapes. Empty the wine into a kettle or a corresponding large pot. Lay the „Feuerzange“ grid over the kettle. Put the sugar hat on the grid and pour rum over it and then light it. Keep the flames burning by ladling more rum on to the sugar hat until the sugar has completely melted and dripped into the wine. Serve the punch in heat-proof glasses.

Topfen-Mandelstrudel

Zutaten

 

400 g Äpfel

Saft von 1 Zitrone

300 g Topfen (mager)

1 ‑ 2 EL Sauerrahm

2 Dotter

1 TL Zimt

flüssige Butter zum Bestreichen

3 ‑ 4 EL Staubzucker

50 g ungeschälte

gehackte Mandeln

1 Ei zum Bestreichen gehobelte Mandeln

zum Bestreuen Staubzucker zum Bestreuen

 

Backpapier für das Blech

 

Vorbereitung

 

Äpfel schälen und vierteln; Kerngehäuse herausschneiden; Äpfel in Spalten schneiden und mit Zitronensaft beträufeln; danach Zimt darüber streuen; Topfen mit Dottern, Sauerrahm und Zucker glatt verrühren und mit den Apfelspalten vermengen; zuletzt die Mandeln unterheben.

 

Zubereitung

 

Das Backrohr auf 175 Grad vorheizen; den Strudelteig auf einem bemehlten Tischtuch (Strudeltuch) mit einem Nudelholz rechteckig ausrollen, mit Mehl bestreuen, damit der Teig nicht kleben bleibt; den Teig weiters mit beiden Handrücken vorsichtig ausziehen, indem man mit den Händen (Handflächen nach oben) unter den Teig den Teig greift (Ringe entfernen und Hände mit Mehl einreiben, damit der Teig darauf nicht kleben bleibt!), weiters den Teig anhebt und vorsichtig und gleichmäßig in alle Richtungen auszieht; der Teig sollte so dünn ausgezogen werden, dass man eine darunter liegende Zeitung mühelos lesen könnte; den Teig mit der flüssigen Butter mittels eines Pinsels vorsichtig bestreichen; (Sollte der Teig einreißen, ein Stück vom Rand abschneiden und das Loch damit abdecken); das untere Drittel des Teiges mit der Fülle bestreichen; mit Hilfe des Küchentuches einen Strudel einrollen; Teigenden abzupfen und den Strudel mit der Naht nach unten auf ein mit Papier ausgelegtes Backblech legen; den Strudel mit verquirltem Ei bestreichen, mit gehobelten Mandeln bestreuen und im vorgeheizten Rohr 35 ‑ 45 Minuten lang zu schöner Farbe backen.

 

Vor dem Aufschneiden den Strudel etwas über kühlen lassen und mit etwas Staubzucker bestreut servieren.

 

Ergibt ca. 12 Portionen

Strudelteig

Zutaten

 

250 g glattes Mehl

1 EL Öl

etwas Salz

1/8 l lauwarmes Wasser

Öl zum bestreichen

 

Vorbereitung

 

Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben und in die Mitte eine Mulde drücken; Öl, Wasser und Salz in die Mulde geben und alles zusammen zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten; den Teig mit Öl bestreichen und an einem kühlen Ort 30 Minuten lang mit Klarsichtfolie bedeckt rasten lassen.

Apfel-Mohnstrudel

Vorbereitung

 

Fülle:

300 g gemahlener Mohn

130 g Kristallzucker

3 EL Honig

1 großes Stamperl Rum

geriebene Schale von 1/2 Zitrone

1 Pck. Vanillezucker

ca.1/2 1 Milch

Semmelbrösel nach Bedarf

600 g säuerliche Äpfel

70 g Rosinen

Saft von 1 Zitrone

 

Ei & Flüssige Butter zum Bestreichen

Papier für das Backblech

Staubzucker zum Bestreuen

 

Vorbereitung

 

Milch mit Kristall- und Vanillezucker, sowie Rum, Honig und Zitronenschale aufkochen; danach den Mohn einrühren und einkochen lassen; zuletzt so viele Brösel einmengen, bis eine lockere Fülle entsteht; die Fülle erkalten lassen.

 

Zubereitung

 

Das Backrohr auf 175 Grad vorheizen; Äpfel waschen, schälen, vierteln und von den Kerngehäusen befreien; Äpfel in dünne Spalten schneiden und mit Zitronensaft vermengen; zusammen mit den Rosinen unter die erkaltete Mohnfülle ziehen; den Strudelteig auf einem bemehlten Tischtuch (Strudeltuch) mit einem Nudelholz rechteckig ausrollen, mit Mehl bestreuen, damit der Teig nicht kleben bleibt; den Teig weiters mit beiden Handrücken vorsichtig ausziehen, indem man mit den Händen (Handflächen nach oben) unter den Teig den Teig greift (Ringe entfernen und Hände mit Mehl einreiben, damit der Teig darauf nicht kleben bleibt!), weiters den Teig anhebt und vorsichtig und gleichmäßig in alle Richtungen auszieht; der Teig sollte so dünn ausgezogen werden, dass man eine darunter liegende Zeitung mühelos lesen könnte; den Teig mit der flüssigen Butter mittels eines Pinsels vorsichtig bestreichen,

(Sollte der Teig einreißen, ein Stück vom Rand abschneiden und das Loch damit abdecken)

; auf ca. zwei Drittel des Teiges die Fülle auftragen; dicke Teigränder wegschneiden; mit Hilfe des Tuches von der bestrichenen Seite her einrollen und mit Ei bestreichen; den Strudel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen; im vorgeheizten Backrohr etwa 50 Minuten lang backen; danach auf dem Blech erkalten lassen.

 

Vor dem Servieren den Strudel mit Staubzucker bestreuen und portionieren.

 

Ergibt ca. 12 Portionen

Apfelstrudel Rezept

Zutaten

 

Butterbröseln:

80 g Butter

100g Semmelbrösel

10 g Zucker

10g Vanillezucker

 

Vorbereitung 

 

Die Butter in einer Pfanne zerlassen, Semmelbrösel, Zucker und Vanillezucker hinzufügen, unter stetigem umrühren goldbraun rösten.

 

Apfelfülle:

1.000g saure Äpfel – blättrig geschnitten

100g Kristallzucker

60g Rosinen – in etwas Inländerrum 2 Std. ziehen lassen

50g geriebene Nüsse (Hasel- oder Walnüsse)

3 g Zimt – gemahlen

die Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone

 

Alle Zutaten miteinander vermischen und gegebenenfalls nachwürzen

150 g flüssige Butter

Staubzucker zum bestreuen

 

Zubereitung

 

Den Strudelteig auf einem bemehlten Tischtuch (Strudeltuch) mit einem Nudelholz rechteckig ausrollen, mit Mehl bestreuen, damit der Teig nicht kleben bleibt.

Den Teig weiters mit beiden Handrücken vorsichtig ausziehen, indem man mit den Händen (Handflächen nach oben) unter den Teig den Teig greift (Ringe entfernen und Hände mit Mehl einreiben, damit der Teig darauf nicht kleben bleibt!), weiters den Teig anhebt und vorsichtig und gleichmäßig in alle Richtungen auszieht.

Der Teig sollte so dünn ausgezogen werden, dass man eine darunter liegende Zeitung mühelos lesen könnte.

Den Teig mit der flüssigen Butter mittels eines Pinsels vorsichtig bestreichen,

(Sollte der Teig einreißen, ein Stück vom Rand abschneiden und das Loch damit abdecken) 1/3 des Teiges mit den gerösteten Bröseln bestreuen, darüber die Fülle gleichmäßig verteilen.

Nun nimmt man die zwei unteren Ecken des Strudeltuches und rollt so den Strudel zur Hälfte zusammen, jetzt werden links und rechts die Ränder eingeschlagen, damit die Füllung nicht herausfallen kann – den Strudel fertig einrollen. Danach rollt man den Strudel vom Tuch auf ein mit Butter bestrichenes Backblech, bestreicht den Strudel nochmals mit Butter und schiebt das Blech in den vorgeheitzten Ofen (175° C).

Nach ca. einer Stunde, wenn der Strudel goldbraun gebacken ist, das Blech mit dem Strudel heraus nehmen und mit Butter bestreichen und 1/4 Stunde den Strudel rasten lassen. Anzuckern, portionieren und genießen.

 

Ergibt ca: 12 Portionen

 

Schupf Impressionen

 

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